Kreisverband Lindau

 

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Unsthunerer Mitglied Horst Thumerer aus Lindau gab uns in einem interessanten Vortrag Einblick in das Leben von Jan Hus und die römische Kirche zu seiner Zeit.

1517 veröffentlichte der Theologe und Reformator Martin Luther seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel. Martin Lutheb4b42fefc6r wurde im Jahre 1483 geboren.
 
 
 Doch um 1370 wurde Jan Hus im südböhmischen Dorf Husinec geboren, der bereits vor Luther Kirchenreformer gewesen ist. Er studiert Theologie und Philosophie an der Karls Universität in Prag (die älteste deutsche Universität, gegründet 1348 von Karl IV). Mit 32 Jahren wurde Hus Professor und später Rektor. Als Priester predigte er fast täglich in der Landessprache!
Hus vertrat die Thesen des Englischen Reformators John Wycliff (1330 1384): Weltlicher Besitz nur für weltliche Herren, die Kirche solle Jesu in Armut und Gleichheit folgen. "Besitz ist der giftige Knochen, den der Satan der Kirche vorgeworfen hat, um sie zu vergiften". Die Sakramente treten hinter den Dienst am Wort Gottes zurück. Empfang der Eucharistie in beiden Gestalten. Die sichtbare Kirche mit Papst und Bischöfen sei überflüssig, weil die unsichtbare Kirchen aus der Schar der Erwählten besteht; dies lehrte 100 Jahre später auch Calvin.
 
Hus wurde wegen seiner Lehren von der römischen Kirche exkommuniziert und musste Prag verlassen.

Die Einheit der Kirche war das Anliegen von König Sigismund, er berief ein Konzil nach Konstanz ein und lud auch Jan Hus dazu ein, dem er freies Geleit für die Hin und Rückreise gewährte. Aber schon nach einem Monat wurde Hus am 6. Dezember 1414 verhaftet und bei den Dominikanermönchen in den Turm, der ihnen als Kloake diente, geworfen. Sigismund veranlasste seine Verlegung in die bischöfliche Pfalz zu Gottlieben.
Das Konzil verdammte am 4. Mai 1415 die Lehren von Wycliff. Zwischen 5. und 8. Juni 1415 wurde Hus dreimal verhört und man verlangte seinen Widerruf. Es kam leider nicht zur Widerlegung seiner Lehre aus der Heiligen Schrift, sondern zur Erklärung, dass Hus ein Häretiker ist. Die freie Geleitzusage von Sigismund wurde für ungültig erklärt. Pfalzgraf Ludwig vollstreckte das Urteil, Tod durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen.
Spiezer Chronik Jan Hus 148Auf dem Weg sagte Hus: "Heute bratet ihr eine Gans, aber aus meiner Asche wird ein Schwan hervorgehen, den ihr nicht braten könnt". Luther wird mit einem Schwan dargestellt. Hus wurde am 6. Juli 1415 verbrannt, seine Asche wurde in den Rhein gestreut. Es folgte 20 Jahre lang der Hussitenkrieg in Böhmen. 1999 bedauerte Papst Johannes Paul II. die Hinrichtung von Jan Hus.

Das Konzil von Konstanz (1414-1418), verursacht durch das Schisma (1378-1417), wurde von König Sigismund angeregt, weil er von einem Konstanzer Muenster 1856anerkannten Papst zum Kaiser gekrönt werden wollte, aber gleich drei Päpste um das Amt stritten: in Rom Gregor XII., in Avignon Benedikt XIII. und in Pisa Johannes XXIII. Nur Johannes kam nach Konstanz, als seine Absetzung drohte, floh er als Knappe verkleidet nach Breisach, wo er verhaftet wurde. Da nun kein Papst anwesend war, wurde das Dekret "Haec sancta" beschlossen. Es besagt, dass die Synode im Heiligen Geist rechtmäßig versammelt ist, d. h., dass das Konzil seine Macht von Christus und nicht vom Papst hat. Später wurde der Primat des Papstes durch das erste Vatikanische Konzil bestätigt und das zweite ergänzte dies durch die Kollegialität der Bischöfe der Weltkirche.
Das Konklave konnte am 8. November 1417 beginnen und schon am 14. Nov. konnte der neu gewählte Papst Martin V. die Heilige Messe feiern, nachdem er nach der Wahl erst noch die Diakon  und Priesterweihe erhalten hatte. Am 21. Nov. folgte die Bischofsweihe und die Krönung mit der Tiara.
Ein Dekret besagte, dass alle 10 Jahre ein Konzil stattfinden soll. So folgten Siena und Basel, doch erst hundert Jahre später   leider viel zu spät nach der Reformation   das Konzil von Trient (1545 1563). Heute dienen als Ersatz die Bischofssynoden.
In Konstanz war die "Welt" zu regem Wissensaustausch versammelt   ein europäisches Ereignis. In der Stadt mit nur 6.000 Bewohnern waren etwa 70.000 Besucher darunter 700 "Hübscherinnen! Als die Pest ausbrach, war das Ereignis am 22. April 1418 beendet.

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